Stadt Bergheim antwortet nicht auf Fragen zum Renovierungs- und Sanierungsbedarf von Schulen

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Wer die Verwaltung fragt, bleibt dumm.

Bei allen weiterführenden Schulen der Stadt Bergheim besteht “Renovierungs-/Sanierungsbedarf” (laut Protokoll des Arbeitskreises für Schulentwicklungsplanung vom 12.12.2024). Das wollte ich in meiner Eigenschaft als Sachkundiger Bürger im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur genauer wissen und habe mit Schreiben vom 10.01.2025 eine Anfrage eingereicht:

Ich bitte, die folgenden Fragen für jede weiterführende Schule (einschließlich der zugehörigen Sporthallen) einzeln zu beantworten:

  1. (a) Worin besteht der Sanierungsbedarf? Was soll saniert werden? Welche baulichen Schäden und/oder Mängel sind vorhanden? Wann sind diese Schäden bzw. Mängel festgestellt worden? Was sind die Ursachen für die Schäden und Mängel?
    (b) Welche Sanierungsmaßnahmen sind vorgesehen oder geplant? Wann soll die jeweilige Sanierungsmaßnahme beginnen und bis wann soll sie abgeschlossen sein?
  2. (a) Worin besteht der Renovierungsbedarf? Was soll renoviert werden?
    (b) Welche Renovierungsmaßnahmen sind vorgesehen oder geplant? Wann soll die jeweilige Renovierungsmaßnahme beginnen und bis wann soll sie abgeschlossen sein?

In der “Antwort” der Stadtverwaltung Bergheim heißt es:

Die Fragen 1a bis 2b werden in der Beantwortung gemeinsam behandelt.

Der Aufwand, eine dezidierte Antwort — bezogen auf jede weiterführende Schule inkl. Turnhalle — zu geben, ist aufgrund der Informationsfülle überaus groß und derzeit hier nicht abbildbar. Im Rahmen sämtlicher Planungen wird der Sanierungsbedarf mitgedacht.

In der Gesamtschau sind an weiterführenden Schulen Dächer, Fassaden inkl. Fenster u. Türanlagen, außenliegende Sonnenschutzanlagen, Decken, Wände, Böden, Innentüren, die Technische Gebäudeausrüstung (inkl. Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär-, Elektro- u. Förderanlagen, Netzwerktechnik, Küchentechnik, etc.), erdberührte Bauteile, Außenanlagen und Treppenanlagen jeweils in unterschiedlicher Dimensionierung baulich herzurichten. […]

Die Ursachen sind sehr mannigfaltig — von Vandalismus über technische Defekte, witterungsbedingte Einwirkungen bis hin zur altersentsprechenden Abnutzung.

Die Ursachen sind sehr mannigfaltig — wer hätte das gedacht? Was soll man zu solch einer “Antwort” noch sagen? Eine “Gesamtschau” hat mich nicht interessiert und ist überhaupt nicht hilfreich — zum Beispiel bei der Beurteilung, ob eine bestimmte Schule (oder eines ihrer Gebäude) kernsaniert werden oder vielleicht neugebaut werden sollte. Wie will man sinnvoll städtische Schulentwicklungsplanung betreiben, wenn die Stadtverwaltung keinerlei detaillierten Auskünfte zum Sanierungsbedarf ihrer eigenen Schulen herausgibt?

Man muss sich angesichts der “Antwort” der Stadtverwaltung Bergheim wirklich nicht wundern, wenn sich nur ganz wenige Bürger für Kommunalpolitik interessieren.

PS
Siehe auch den Artikel “Asbest in Schulen und Sporthallen: Stadt Bergheim gibt – erneut – keine Auskunft”.

PPS
Vielleicht hat die Stadtverwaltung sich Bundesinnenminister de Maizière (2015) zum Vorbild genommen: “Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.”